Vortrag

Greifvögel, Falken und Eulen - heimliche Jäger vor unserer Haustüre Portrait der heimischen Greifvögel, Falken und Eulenarten, Hilfe- und Schutzmaßnahmen
mit Falknerin Sandra Hildebrandt

 

Mittwoch, 17. Januar 2024, 19:30 Uhr in Adelberg, Ev. Gemeindehaus,
Friedhofstr. 4

 

 

Rückblick

 

Eine erfreuliche Anzahl an Zuhörern fand sich zum ersten vom NABU in 2024 organisierten Vortrag am 17.01.24 ein.

 

Kurzweilig, informativ und sehr anschaulich erfuhren wir einiges über die hiesigen Greifvögel, Falken und Eulen und über die Arbeit des Greifvogelzentrums Falconis Filstal e.V.

 

In unserer Region kann man folgende Greifvögel sichten:

 

Mäusebussard, Rotmilan (auch Gabelweihe oder Lumpensammler genannt), Schwarzmilan (liebt Fisch), Habicht (scheut nicht davor andere Vögel zur Revierverteidigung zu töten), Sperber (auch kleiner Habicht genannt) und die seltenen Weihen. Der Wespenbussard ist ein Zugvogel und der Raufußbussard ein Wintergast.

 

Über die heimischen Falken erfuhren wir u. a., dass der Turmfalke im Sturzflug „lahme“ 120km/h hinlegt, und die Mäuse auch auf Grund ihrer Urinspur aufspüren kann. Der stark gefährdete Wanderfalke bringt es im Sturzflug dagegen auf beeindruckende 400 km/h. Der Baumfalke, auch Libellenfalke genannt, hingegen ernährt sich mittels ‚Luftbetankung‘, d. h. er frisst im Flug. Nicht selten begleitet er einen Schwalben- oder Mauerseglerschwarm und holt sich was er braucht.

 

Zu den Eulen zählt der europäische Uhu, der seinen Kopf um 270 Grad drehen kann (- und muss, da die Augen feststehend sind). Dann gibt es noch den niedlichen Waldkauz und die knuffige Waldohreule, deren Jungen sich durch ihr Bettelgeschrei, ein sehr hohes Fieben, bei Anwohnern in Hörweite unbeliebt machen. Der Steinkauz ist stark gefährdet, da sein Jagd- und Nist-Revier, die Streuobstwiesen, immer mehr schwinden. Die Schleiereulen sind gefährdet, weil sie kaum noch Dachstühle in Scheunen und alten Gemäuern auffinden können. Die Sumpfohreule ist ein Wintergast aus Russland. Und wer je einen Sperlingskauz, so groß wie ein Spatz, und einen kleinen Raufußkauz in einem Nadelwald zu Gesicht bekommt, bitte melden!

 

Wie sich welcher Vogel womit ernährt, war interessant zu erfahren. Wie unterschiedlich die Federn der Greifvögel und Eulen sind, was letzteren erlaubt lautlos zu fliegen, konnte man an Feder- Beispiele selber wahrnehmen.

 

Wer denkt schon daran, dass diese Vögel uns sehr nützen bei der Schädlingsbekämpfung und als Gesundheitspolizei? Dass sie, gezielt in der Beizjagd eingesetzt, sehr hilfreich sind z. B. um der Kaninchenplage in städtischen Parks Herr zu werden?

 

Als absoluten Höhepunkt brachten die zwei Falknerinnen, Frau Hildebrandt und Frau Janz  lebendige Greifvögel in den Saal: einen Turmfalken (der ist ja relativ klein!) und einen Uhu (riesig!).

 

Durch eine Sondererlaubnis dürfen sie als ‚Haustiere‘ gehalten werden, da, als Jungvögel aus dem Nest gefallen, der auf einem Auge erblindete Turmfalke genauso wenig in der freien Natur überleben kann, wie die als Jungvogel verletzte Eule, deren gebrochenes Bein am Kniegelenk nicht wieder vollständig hergestellt werden konnte. Als Grifftöter ist sie darauf aber angewiesen.

 

Werden in der Natur aus dem Nest gefallene Küken oder flügge Jungvögel gefunden, sollen sie möglichst zurück ins Nest gesetzt werden (Achtung Handschutz!). Vogeleltern sind das Beste. Wenn dies nicht möglich ist, dann sollte eine fachkundige Stelle angerufen werden, möglichst mit Übersendung eines Fotos. Ebenso bei offensichtlich verletzten Altvögeln.

 

Wir erfuhren: Aufzucht nur durch Fachleute!

 

Ohne falknerische Ausbildung und entsprechendes Training sind fast alle Vogelarten nicht überlebensfähig in der freien Natur.

 

Notfalltelefon: 0178 1112954 für hilfebedürftige Greifvögel, Falken und Eulen, 24 Stunden am Tag – 7 Tage die Woche – 365 Tage im Jahr.

 

Vielen Dank dem Greifvogelzentrum Falconis Filstal e.V. für die ehrenamtliche Tätigkeit, für den wunderbaren Abend.

 

Heidi Wiegmann

 

Schriftführerin NABU Ortsgruppe Adelberg

 

 

 

Machen Sie uns stark

Online spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr

 

Von Amsel bis Zilpzalp - Die 40 häufigsten Gartenvogelarten im Porträt

 

Vogelstimmen hören